Grundsätzliche Aspekte des klinischen Risikomanagements
摘要
Um ein wirkungsvolles klinisches Risikomanagement zu etablieren, müssen einige wenige, jedoch entscheidende konzeptionelle Aspekte berücksichtigt werden, welche die Grundlage für alle weiteren risikoreduzierenden Aktivitäten bilden. Dabei gilt es ein fundiertes Verständnis für die Zusammenhänge von Sicherheitskultur und Patientensicherheit, Risiken und Chancen, Aufgaben von Hochrisikoorganisationen, Fehlermodellen und Fehlerursachen zu entwickeln, sowie die damit verbundenen organisationalen und individuellen Verantwortlichkeiten zu verstehen. Ziel sollte es sein, den Patienten durch vielfältige Informationsangebote und einer umfassenden Aufklärung stärker miteinzubinden. Langfristig bietet eine gelebte Sicherheitskultur und damit einhergehend eine gerechte Betriebskultur Freiräume an, um innerhalb eines abgesteckten Handlungs- und Werterahmens patientenzentriert und individuell für den Patienten zugeschnittene Lösungswege zu entwickeln. Das klinische Risikomanagement bedient sich einer Fülle an Denkmodellen und Fachtermini, die ihren Ursprung in der Risikoforschung und Managementliteratur der letzten Jahrzehnte haben. Dabei handelt es sich überwiegend um Konstrukte wie Qualität, Sicherheit, Fehler und Irrtum, die aufgrund ihrer Natur zu Interpretationen und Auslegungen einladen. Umso wichtiger ist es, sich einen allgemein verständlichen, „systemischen“ Denkrahmen zu schaffen und eine gemeinsame Fachsprache zu etablieren, damit jeder annähernd das gleiche versteht. Es finden sich analoge Kernelemente des Risikomanagements in allen Branchen und Forschungsbereichen wieder. Der Mensch mit seinen Einstellungen, Haltungen und Verhaltensweisen in diversen Risikosituationen spielt dabei die zentrale Rolle. Gleichzeitig beeinflusst die Organisation als Ganzes durch die geschaffenen Rahmenbedingungen maßgeblich das Handeln ihrer Mitarbeiter. Es ist wichtig, das Zusammenspiel zwischen Mensch, Organisation und Aufgabe aus der Perspektive des klinischen Risikomanagements genauer zu verstehen. Viele der hier aufgeführten Begriffe werden in den weiteren Kapiteln des Handbuchs vertiefend ausgeführt.