Infrastruktur und Technologie
摘要
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei Patienten. Derzeit sind jedoch ihre Chancen und Risiken objektiv schwer zu bewerten, weshalb das Risikobewusstsein sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten gestärkt werden sollte. In Kombination mit Wearables können DiGAs ihr volles Potenzial entfalten. Allerdings werden Wearables weit weniger als DiGAs einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Daher sind die für den Consumermarkt produzierten Geräte, die zahlreiche Patientendaten erfassen, nur bedingt für den professionellen Einsatz in der Patientenversorgung geeignet. Telemedizinische Zentren (TMZ) werden weiterhin an Bedeutung gewinnen, da sie insbesondere in strukturschwachen Regionen wertvolle Dienstleistungen bieten. Auch diese Zentren erfordern jedoch eine sorgfältige Analyse hinsichtlich systeminhärenter spezifischer Risiken. Der deutsche Gesetzgeber versucht durch die KRITIS-Verordnung und die europäische NIS2-Richtlinie, mögliche IT-Risiken durch Cyberangriffe zu minimieren, was den Einrichtungen der Gesundheitsversorgung ein risikobasiertes Denken auferlegt. Die Nutzerfreundlichkeit und Interoperabilität von Krankenhausinformationssystemen (KIS) und Patienten-Daten-Management-Systemen (PDMS) sind ebenfalls kritisch zu hinterfragen, da sie Werkzeuge des täglichen Gebrauchs im Krankenhaus darstellen. Aufgrund der großen Überschneidungen ist es sinnvoll, Medizintechnik und IT in einer Abteilung zu bündeln und deren Risiken gemeinsam zu managen. Für die Umsetzung von Risikomanagement in der IT gibt es hilfreiche Normen, Kontrollkataloge und Best-Practice-Anleitungen wie die IEC 80001, den branchenspezifischen Sicherheitsstandard (B3S) und ITIL.