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Risikomanagement in der Geburtshilfe

  • Christoph Scholz,
  • Valerie Stabel,
  • Friederike Aulenbacher,
  • Vera Triphaus

摘要

Das deutsche System der Einteilung geburtshilflicher Versorgungsstrukturen erfordert, dass der weit überwiegende Anteil intrapartaler Risiken auf jedem Versorgungsniveau abgedeckt werden muss. Hierfür bedarf es einer entsprechenden Resilienz. Der Zentralisierungsprozess der Geburtshilfe ist sinnvoll für die sachgerechte Versorgung von Frühgeborenen, macht jedoch eine gleichzeitige Beschäftigung mit geburtshilflichem Risikomanagement notwendig. Die komplexen Präventionsnetzwerke, der unmittelbare soziale Kontext, und die spezifische Struktur des Risikos mit höchster Akuität, geringer Eintrittswahrscheinlichkeit und hohem Schadenspotenzial, setzt die Geburtshilfe von anderen Bereichen der Medizin ab und bedarf eines spezifischen Umgangs. Unerwünschte Ereignisse in der Geburtshilfe haben eine umfassendere Definition als im übrigen Gesundheitswesen. Die Anwendung von Prinzipien und Maßnahmen der Patientensicherheit auf die Geburtshilfe bedarf zunächst eines gemeinsamen Verständnisses über den Begriff des konkreten unerwünschten Ereignisses. Die Primärprävention gegen Schadensfälle in der Geburtshilfe ist die tatsächliche Fähigkeit zum klinischen Risikomanagement eines interprofessionellen geburtshilflichen Teams zu jeder Tages- und Nachtzeit. Geburtshilfe kann und sollte in den Prinzipien von „high reliability organizations“ verstanden und nach ihnen organisiert werden. Das Simulationstraining in der Geburtshilfe ist ein evidenzbasiertes Werkzeug zur Erhöhung der Sicherheit und bearbeitet spezifische risikobehaftete Szenarien. Die Beherrschung geburtshilflicher Risiken steht nicht im Gegensatz zu, sondern sie ermöglicht erst eine wirkliche frauenzentrierte, bindungsorientierte und familienfreundliche Geburtshilfe.