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Regeln und Regelverstöße

  • Alexander Euteneier

摘要

Regeln basieren seltener als erwartet auf wissenschaftlicher Evidenz, sondern sind häufig erfahrungsgeleitet. Sie sind besonders effektiv bei Routineprozeduren. Regelverstöße unterscheiden sich grundsätzlich von Fehlern durch ihre Intentionalität. Ursachen für Regelverstöße auf organisationaler Ebene sind u. a. widersprüchliche oder falsche Zielvorgaben, Intransparenz und fehlende Compliancestrukturen, eine schlechte Qualität der Regelgestaltung oder fehlende Integration in bestehende Regelwerke. Individuelle Ursachen finden sich z. B. in einer der 5 gefährlichen Grundhaltungen, wie fehlender Reflexions- und Kritikfähigkeit oder Selbstüberschätzung. Es besteht die Gefahr, dass Organisationen verstärkt mit einer Überregulierung reagieren, was zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit von Regelverstößen erhöht. Erfolgsversprechender ist ein gezieltes Angehen der Ursachen unter Zuhilfenahme eines verhaltensbezogenen Ansatzes, weniger ein auf Angst basierendes Sanktionsmodell. Verhaltenserwartungen spielen eine wichtigere Rolle als eine einzelne Regel. Die praktizierten Prinzipien für eine sichere Patientenversorgung reflektieren die Sicherheitskultur der Organisation.