Jüdische Sprachen als Gegenstand staatlich-edukativer Reglementierung im Habsburgerreich
摘要
Die Sprachenpolitik des österreichischen Staates gegenüber der jüdischen Bevölkerung des Habsburgerreiches zielte auf eine Verdrängung des Jiddischen als Alltags- und Umgangssprache und seine Ersetzung durch das Deutsche. Hierdurch sollte eine ‚moralische Verbesserung‘ der Juden erreicht werden. In Galizien kam dem Ausbau eines deutschen ‚Normalschulwesens‘ für jüdische Kinder eine besondere Bedeutung zu. Die damit verbundenen Eingriffe in die Lebenswelt der jüdischen Bevölkerung in Galizien und der dadurch hervorgerufene Widerstand verhinderten den staatlicherseits erwünschten Sprachenwandel. – The language policy of the Austrian state towards the Jews of the Habsburg Empire aimed to displace Yiddish as an everyday and colloquial language and to replace it with German. This was intended to bring about a ‘moral improvement’ of the Jews. In Galicia in particular, the development of a German ‘normal school system’ for Jewish children was of special importance. However, the state’s educative interference in the living environment of the Galician Jews and their resistance against the schools ultimately prevented the language change desired by the state.