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Deutungen der Mehrsprachigkeit

  • Stephan Braese

摘要

Mehrsprachigkeit ist auch in jüdischem Sprachdenken vorwiegend als defizitärer, krisenhafter Zustand gedacht worden, der die Distanz der Menschen von der einen, immanenten, der ‚Ur-Sprache‘ bezeichnet. Tatsächlich jedoch bildete die Herausforderung der Übersetzung immer wieder einen Anlass, sowohl über den Sinn von Sprache als auch der Produktivität von Mehrsprachigkeit nachzudenken. Blicke auf die Arbeit von Mendelssohn, Benjamin, Adorno und anderen zeigen, wie der Mehrsprachigkeit zunehmend positive Aspekte abgewonnen wurden – bis zu George Steiner, der in ihr nichts Geringeres als die Existenzbedingung des Menschen zu erkennen meinte. – In Jewish reflexions on language, as in many others, multilinguality has been perceived as a deficient, problematic condition which marks the distance of human beings from a singular, immanent, from the ‘original’ language. Actually, however, the task of translation has often led to a rethinking of both the meaning of language and the productivity of multilinguality. A look at works by Mendelssohn, Benjamin, Adorno a. o. shows an increasing awareness of positive aspects connected with multilinguality; George Steiner even thought to recognize in multilinguality nothing less than the prerequisite for the existence of human beings.