Sprachkrisen im Kontext kontroverser Zugehörigkeit
摘要
Sprachkrisen bilden einen zentralen Aspekt deutschsprachig-jüdischer Literatur, der im Kontext der Zuschreibungen durch die nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaften steht und mit dem Eintritt von Jüdinnen und Juden in die deutsche Sprachgemeinschaft im ausgehenden 18. Jahrhundert verbunden ist. Im Artikel wird in exemplarischen Konstellationen nachvollzogen, wie sich diese Besonderheit jüdischer Autorschaft in deutscher Sprache als unterstellte Normabweichung seither immer wieder, auf je spezifische Weise, aktualisierte, was hier am Beispiel von Berthold Auerbach, Fritz Mauthner, Jakob Wassermann und Theodor W. Adorno dargestellt wird. – Crises of language compose a central aspect of German-speaking Jewish literature, which stands within the context of the attributions made by non-Jewish majority societies towards Jews and is linked with the entrance of Jews into the German community of language at the end of the 18th century. In this article it will be demonstrated how this special characteristic of Jewish authorship in German appears as divergent from the supposed language norm and has been reactivated ever since; this will be shown especially referring to Berthold Auerbach, Fritz Mauthner, Jakob Wassermann, and Theodor W. Adorno.