SARS-CoV-2: Eine Gesundheitskrise durch verpasste Chancen? Fallbeispiel Italien
摘要
Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19), die mit dem neuartigen SARS-CoV-2 assoziiert ist, sind die Infektionszahlen regelrecht explodiert. Wir zeigen, dass die Spezifität der Geschwindigkeit des Anstiegs der COVID-19-Fälle über Norditalien, eine der am stärksten betroffenen Regionen, stark mit der vorherrschenden bodennahen Luftverschmutzung korreliert, insbesondere während der kalten Jahreszeit. Auffällig sind grenzwertüberschreitende Konzentrationen von PM10/PM2,5 und NO2. Strukturelle Defizite als auch ein auf Schadensbegrenzung und nicht auf Prävention ausgerichtetes Gesundheitssystem, eine überalternde Bevölkerung sowie eine erhöhte virale Anfälligkeit verschärften die aufkeimende Gesundheitskrise. In weiterer Folge heben wir hervor, dass SARS-CoV-2 nur einen kleinen Beitrag in einem bereits überlasteten System leistete, welches speziell die Bewohner der Po-Ebene in einen völlig neuen, unvorbereiteten Gleichgewichtszustand katapultierte. Die in der Not verordneten, erratischen Gegenmaßnahmen als auch die übereilten Anstrengungen in der Entwicklung von COVID-Impfstoffen deuten eher auf eine „Krise der Wahrnehmung“ hin als auf eine durchdachte Strategie, welche ein breites Spektrum möglicher Optionen hätte umfassen können. Dieser Beitrag befasst sich folglich kritisch mit der Problematik aus verschiedenen Blickwinkeln: die versäumte Implementierung der Luftreinhaltung, die Ausbreitungsdynamik von Bioaerosolen einschließlich der damit verbundenen atmosphärischen Faktoren sowie die langfristig induzierten Sekundäreffekte als Folge des medial geschürten Alarmismus und der gesetzten Maßnahmen seitens der Regierung.