Musik als Auslöser starker Emotionen
摘要
Musik kann starke Emotionen auslösen, die mit Reaktionen des autonomen Nervensystems einhergehen und zu Gänsehautgefühlen, sog. Chills, zu Tränen in den Augen und zum Kloßgefühl im Hals führen. In diesem Kapitel werden zunächst verschiedene Emotionsdefinitionen und dann Musizieren als emotionale Kommunikation vorgestellt. Starke positive Emotionen beim Musikhören sind dann zu erwarten, wenn überraschende strukturelle Veränderungen in der Musik auftreten, die eine Erwartung täuschen. Die menschliche Stimme, der Beginn von etwas Neuem, die Erhöhung der Lautstärke im hohen Register, die Verknüpfung mit positiven emotionalen Erinnerungen und eine allgemeine Vorliebe für das betreffende Musikgenre sind weitere Faktoren, die Chill-Reaktionen begünstigen. Biologisch sind diese Reaktionen mit einer Zunahme der Erregung verbunden und erleichtern die Gedächtnisbildung. Hirnphysiologisch gehen sie mit einer Aktivierung des dopaminergen BelohnungssystemBelohnungssystem, dopaminergess im Gehirn einher. In der Musiktherapie können die mit diesen starken Hörerlebnissen einhergehenden positiven Stimmungen bei Depressionen und Schizophrenien die Freudlosigkeit mindern und bei Demenzen durch die starke gedächtnisbildende Funktion biografische Erinnerungen auslösen.