Wachstumsphänomene und Korrekturmechanismen des wachsenden Skeletts
摘要
Jeder Knochen ist bei Geburt in einem unterschiedlichen Entwicklungs- und Differenzierungszustand. Es gilt ein charakteristischer Ablauf des Längenwachstums vom Erscheinen der Epiphysenkerne über die zunehmende Verknöcherung der Epiphysen bis zum Fugenschluss. Der Fugenschluss ist genetisch determiniert. In einem ebenso charakteristischen Zeitablauf wie das Erscheinen der epiphysären Knochenkerne erfolgt am Ende des Wachstums der Verschluss der Fugen. Wachstumsstörungen können angeboren oder erworben sein. Eine gewisse Wachstumsstimulation erfolgt nach jeder Fraktur, ist zeitlich begrenzt und endet mit dem Abschluss des Remodellings. Eine hemmende Wachstumsstörung besteht dagegen prinzipiell bis zum Wachstumsende. Die Knochenbruchheilung verläuft in einem 3-Schritt-Prozess: inflammatorische Phase, reparative Phase und remodellierende Phase. Bei diaphysären Frakturen steht die periostale Heilung ganz im Vordergrund, bei epiphysären Frakturen die Wiederherstellung der chondralen Gelenkfläche. Die Heilungszeit einzelner Brüche ist im Kindesalter deutlich kürzer als bei Erwachsenen. Durch konkavseitigen Knochenanbau und konvexseitigen Knochenabbau kann eine Achsenbegradigung erfolgen. Die Korrekturmechanismen sind in ihrem Ausmaß abhängig von der Nähe und der verbliebenen Wachstumspotenz der nächstgelegenen Wachstumsfuge (und somit vom Alter). Achsenfehler in der Bewegungsebene werden besser korrigiert als in der Frontalebene und Varusfehler besser als Valgusabweichungen. Die Spontankorrektur soll prinzipiell nur als eine physiologische Unterstützung und eine individuelle Perfektionierung einer möglichst optimalen Frakturbehandlung akzeptiert werden. Eine Pseudarthrose wird man im Kindesalter selten sehen.