Weichteilverletzungen
摘要
Weichteilverletzungen jeglicher Art sind im Kindesalter häufig. Die Erstversorgung einer Weichteilverletzung erfolgt praktisch immer in einer Umgebung, welche für den Patienten fremd ist. Die Kontaktaufnahme zum verletzten Kind ist von entscheidender Bedeutung, um Ängste und Befürchtungen zu kompensieren. Dabei soll die Aufklärung über mögliche Schmerzen ehrlich sein! Während der ersten Untersuchungen wird auch die Entscheidung gefällt, ob das verletzte Kind für eine anstehende Prozedur kooperativ genug ist und welche Art von Analgesie und Sedation notwendig sein werden. Bildgebung mittels konventioneller Röntgentechnik und Ultraschall sind indiziert, wenn es sich um Verletzungen mit möglichen Frakturen oder Glasverletzungen resp. Fremdkörpersuche handelt. Eine konservative Therapie ist bei geschlossenen Weichteilverletzungen indiziert. Bei der operativen Therapie sind vier Schritte wichtig: Hämostase, Wundreinigung, Débridement von devitalisiertem Gewebe, Verschluss. Hinzu kommt eventuell eine Ruhigstellung. Die Indikation zur Analgesie ist immer großzügig zu stellen. Die operative Therapie erfolgt oft in Lokalanästhesie, dabei sollte man sich immer bewusst sein, dass auch bei kleinen Patienten allergische und toxische lokalanästhetische Zwischenfälle vorkommen können. Für den Wundverschluss gibt es gute Indikationen für kommerziell erhältliche Möglichkeiten wie z. B. topische Hautkleber oder sog. „adhesive strips“ beim Verschluss von Schnittverletzungen. Nähte erfolgen in den standardisierten Techniken. Die meisten Weichteilverletzungen beim Kind brauchen keine antibiotische Prophylaxe gegenüber Infektionen. Entscheidend sind Desinfektion und Wundreinigung und die allgemeinen sterilen Verhaltensmaßnahmen, die bei jeder Wundversorgung angewandt werden sollen. Eine antibiotische Therapie wird nur eingeleitet, wenn es sich um stark verschmutzte und kontaminierte Wunden oder um menschliche und tierische Bisse handelt. Bestimmte Verletzungen, z. B. im Gesichtsbereich oder der Handbenötigen eine besondere Beachtung. Bei Stammverletzungen sind Parenchymverletzungen auszuschließen. Pfählungsverletzungen treten beim Sport oder Fahrradfahren auf. Hier kommen offene Wunden in Kombination mit Urethra-, Vaginaleingangs- oder analen Verletzungen vor. Oft ist eine Untersuchung in Narkose aus psychologischen Gründen notwendig. Bei jeglicher ungeklärter Weichteilverletzung ist auch an die Möglichkeit einer Kindesmisshandlung zu denken und sollte differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden. Die Dunkelziffer bei dieser Art von Verletzung ist höher als angenommen wird.