Kniegelenk
摘要
Verletzungen am und um das Kniegelenk reichen von banalen Distorsionen bis zu komplexen Kniebinnenverletzungen oder Epiphysenfrakturen. Bei den Frakturen ist die proximale Tibia (1,2 %) etwas häufiger betroffen als das distale Femur (0,8 %). Nach der AO-Klassifikation werden die distalen Femurepiphysenfrakturen als 33-E1-4 bezeichnet, knöcherne Kollateralbandausrisse als 33-E7, osteochondrale Flakefrakturen als 33-E8. An der proximalen Tibia bekommen die epiphysären Frakturen den Kode 41t-E1-4 und der knöcherne Kreuzbandausriss 41t-E7. Es ist wichtig, neben den knöchernen auch die Weichteilverletzungen korrekt zu diagnostizieren. Der Knieschmerz des Kindes und Jugendlichen kann eine Vielzahl von Ursachen haben. Zu den Differenzialdiagnosen gehören neben dem weiten Spektrum der Frakturen osteochondrale Verletzungen, die Osteochondrosis dissecans (OD), Kapsel-Band-Verletzungen, Meniskusläsionen, der Scheibenmeniskus, patello-femorale Fehlbildungen, das Plicasyndrom, die Bursitis praepatellaris und praetibialis, die Osteomyelitis und juvenile rheumatoide Arthritiden, seltene Tumore, die Hämophilie und sekundäre Schmerzprojektionen (Wirbelsäule, Hüfte, Fuß). Eine klinische Untersuchung des schmerzhaften und geschwollenen Knies nach einem Trauma sollte zunächst bis nach der Bildgebung unterlassen werden. Die Schmerztherapie, eine Ruhigstellung insbesondere beim Kniegelenkerguss und die korrekte Primärversorgung offener Wunden stehen an erster Stelle. Grobe Fehlstellungen um das Kniegelenk können jedoch zu einer Mitverletzung oder zu einer Kompromittierung eines Gefäßes bis hin zu einer Ischämie führen; unter Analgosedierung soll deshalb die grobe Fehlstellung durch vorsichtigen Längszug behoben werden. Ein Hämarthros stellt das entscheidende Symptom für eine intraartikuläre Läsion dar. Eine diagnostische Kniepunktion hat im Zeitalter der Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie-MRT) keinen Stellenwert mehr. Zur standardisierten Bildgebung gehören Röntgenbilder in zwei Ebenen sowie die Patella-Tangentialaufnahme. Besteht ein Kniegelenkshämarthros, so muss zur Klärung einer intraartikulären Verletzung ein MRT durchgeführt werden. Distale epiphysäre Frakturen des Femurs, proximale epiphysäre Frakturen der Tibia, Avulsionsfrakturen der Tuberositas tibiae, Eminentia-intercondylaris-Frakturen, Patellafrakturen und Kniebinnenverletzungen (VKB-Ruptur, hintere Kreuzbandruptur, traumatische osteochondrale Läsion, mediale und laterale Kollateralbandverletzungen, Meniskusverletzungen und die traumatische Patellaluxation) werden jeweils mit ihren eigenen und typischen diagnostischen und therapeutischen Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter besprochen.