Distaler Unterarm
摘要
Frakturen des distalen Unterarmes sind die häufigsten Frakturen der langen Röhrenknochen. Der große Unterschied zu den adulten Frakturen ist die nahezu ausnahmslos fehlende Gelenkbeteiligung. Mit einer individuellen Wachstumsprognose muss immer die Spontankorrektur (Remodelling) einer Achsfehlstellung durch das weitere Wachstum abgeschätzt werden. Da die Wachstumsfugen des distalen Unterarmes zu 80 % am Längenwachstum von Radius und Ulna beteiligt sind und sich auch recht spät schließen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Spontankorrektur im weiteren Wachstum sehr hoch. Eine Wachstumsstörung ist nahezu immer die Folge einer operativen Intervention und somit meist vermeidbar. Zur Diagnostik wird nach heutigem Stand ein Röntgenbild des distalen Unterarmes in zwei Ebenen veranlasst. Immer häufiger kommt aber auch die Fraktursonographie zum Einsatz, um die Strahlenbelastung zu vermeiden resp. zu reduzieren. Die konservative Therapie ist immer noch der Goldstandard in der Versorgung der distalen Radiusfraktur. Wulstfrakturen können immer konservativ behandelt werden, auch bei Grünholzfrakturen kann bis zum siebten Lebensjahr eine Angulation bis 40°, bei Kindern bis zum zehnten Lebensjahr eine Angulation bis 30° konservativ behandelt werden. Komplette Frakturen sind instabil, insbesondere wenn die Ulna mitbetroffen ist. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, die sekundäre Dislokation ab einem Alter von 12 Jahren zu verharmlosen. Reponiert werden alle Frakturen, die das tolerable Ausmaß der Angulation überschreiten, sowie alle komplett dislozierten Frakturen. Geschieht die Reposition in Narkose, ist die geschlossene, perkutane Kirschner-Drahtosteosynthese zu empfehlen. Der Kirschner-Draht kann epikutan herausstehen und problemlos ohne Narkose entfernt werden. In seltenen Fällen verbleibt die Ulna nach Fixation des Radius instabil und kann mit einer deszendierenden ESIN stabilisiert werden. Bei Epiphyseolysen mit metaphysärem Keil kann eine sagittale Dislokation bis zu einem Drittel der Schaftbreite toleriert werden, darüber hinaus gehende Fehlstellungen müssen reponiert und mit Kirschnerdrahtosteosynthese versorgt werden. Epiphysäre Frakturen machen im Kindesalter am distalen Radius weniger als 1 % der Fälle aus. Diese Frakturen können nur dann konservativ behandelt werden, wenn keine Stufe im Gelenk vorhanden ist. Gegebenenfalls muss ein MRT zur Abklärung begleitender Bandverletzungen erfolgen. Diese Frakturen werden mit Zugschrauben oder winkelstabiler Platte versorgt.