Proximaler Unterarm
摘要
Am proximalen Unterarm kommen Radiushalsfrakturen, Olekranonfrakturen, Abrisse des Processus coronoideus und Kombinationen davon vor. Die Verletzungen des proximalen Unterarms machen gut 1 % der Frakturen im Kindesalter aus. Die Fugen sind wenig am Wachstum beteiligt, sodass relevante Wachstumsstörungen nicht auftreten. Die Diagnostik basiert auf der konventionellen Röntgenaufnahme. Selten sind MR (rein knorpeliger Speichenkopf) oder CT (Adoleszenter mit V. a. Abriss des Proc. coronoideus) notwendig. Das Therapieziel ist die weitgehend anatomische und stabile Wiederherstellung aller Gelenkpartner. Die konservative Therapie besteht aus der Anlage einer Oberarmgipsschiene für 10–14 Tage und frühfunktioneller Nachbehandlung. Operativ erfolgt am Radiushals die elastisch-stabile intramedulläre Nagelung, am Olecranon die klassische Zuggurtung und bei metaphysären, extraartikulären proximalen Ulnafrakturen eine ESIN-Osteosynthese von distal (aszendierend) oder eine Zugschraubenosteosynthese. Der Processus coronoideus erfordert offene Reposition, Draht- oder Schraubenfixation und ggf. Bandrefixation. Die operierten Frakturen werden gipsfrei nachbehandelt. Physiotherapie ist nicht erforderlich und eher kontraindiziert. Kontrollen erfolgen im drei bis sechs Monatsabstand, bis die Funktion wieder frei ist. Der Speichenkopf verplumpt immer etwas, was meist ohne funktionelle Bedeutung ist. Radioulnare Synostose und Kopfnekrose sind die schwerwiegendsten Folgen. Selten kommen Pseudarthrosen vor. Beim Abriss des Processus coronoideus ist im Verlauf v. a. auf die ventrale Stabilität des Ellenbogens zu achten.