Politiken der Übersetzung – Übersetzung von Machtbeziehungen. Ein Nachwort
摘要
Komplementär zu den im Vorwort entwickelten Überlegungen, stehen im Nachwort vier Reflexionsstränge theoretischer Ausrichtung im Mittelpunkt: zunächst die an Ansätze von Michel Foucault anschließende theoretische Reflexion über die Beziehung von Übersetzung, Politik und Macht, die sich in unterschiedlichen Phänomenen wie dem politischen Einfluss auf Übersetzungsprojekte oder auch der kulturellen Hegemonie bestimmter Ausgangs- und Zielsprachen in der Übersetzungspraxis zeigt. Zweitens die Reflexion über die Rolle unterschiedlicher, semiotisch gefasster Materialitäten und Textsorten im Kontext von Übersetzungen, die eine notwendige systematische Ausweitung des traditionellen Übersetzungsbegriffs über verbale und schriftbasierte Zeichen hinaus impliziert. Drittens wird Übersetzen als komplexe (inter-)kulturelle Kontaktzone reflektiert, in der sich zwischen den häufig in der Forschungsdiskussion schematisch unterschiedenen Polen der ‚Domestication‘ und der ‚Foreignization‘ bei genauer Betrachtung ebenso vielfältige wie ambivalente transkulturelle und machtbestimmte Prozesse des Aushandelns von Bedeutungen beobachten lassen.