Aemilias Erbe – Römische Aristokratinnen, der Einsatz von Eigentum und familiale Erbstrategien im 2. Jahrhundert v. Chr.*
摘要
In der Republik wurden Erbregeln entwickelt, die nicht in erster Linie auf die vertikale Sicherung von Vermögen abzielten, sondern horizontal die Diffusion von Besitz und damit den Ausbau sozialer Beziehungen unterstützten. Die erbrechtliche Stellung von Frauen ist in diesen Vernetzungsstrategien ein wichtiger Baustein. Im 3./2. Jahrhundert geriet dieses System zirkulierender Güter mit den Eroberungen im Mittelmeerraum aus den Fugen, akkumulierten doch sehr wenige Häuser große Vermögen und konnten damit den politischen Wettbewerb dominieren. Die zunehmenden Ungleichheiten wirkten auch auf die Geschlechterverhältnisse, da manche Frauen über Mitgift und Erbe die politisch-ökonomische Überlegenheit ihrer Natalverbandes mit in die Ehe brachten. Der Umgang der Aemilia mit dem Erbe des Africanus und die Art, wie ihr Enkel Aemilianus dann mit ihrem Erbe agierte, zeigen, wie Frauen daran beteiligt waren, ökonomisches wie symbolisches Kapital auszustellen – auf Kosten aristokratischer Kohäsion.