Die lex Villia annalis. Ein Gesetz zwischen Konflikt und Konsens
摘要
Die lex Villia annalis ist umstritten. Zwar steht fest, dass mit dem Gesetz im Jahr 180 Altersgrenzen für Ämter des cursus honorum festgelegt wurden, und es besteht in der Forschung weitgehende Einigkeit, dass es sich für Konsulat, Prätur und Ädilität um diejenigen Mindestalter handelte, die aus der späten Republik bekannt sind, aber in Hinblick auf die Rekonstruktion der Ursachen und die Bewertung des Gesetzes zeigen sich deutliche Unterschiede. Sehen die einen in ihm eine von vornherein zum Scheitern verurteilte Regelung, mit der auf Konflikte innerhalb der Senatsaristokrat reagiert wurde, betonen die anderen, dass in ihm der Konsens der Elite über die Regeln des Konkurrenzkampfes zum Ausdruck komme. Diese Kontroverse nimmt der Aufsatz zum Ausgangspunkt, um nach dem Verhältnis von Konflikt und Konsens in der Republik zu fragen. Gezeigt wird, dass sich beide Faktoren gegenseitig bedingen. Die lex Villia ermöglichte, Entscheidungen trotz Intensivierung von Interessengegensätzen und mit ihnen einhergehenden latenten Konflikten im Konsens zu treffen, indem sie die Phase der politischen Sozialisation verlängerte.