Potentialität und Konflikt. Die produktive Kraft des Streits in der Römischen Republik*
摘要
Konflikte können als Motor für soziale und politische Veränderungen wirken – diese Beobachtung der soziologischen Forschung bewahrheitet sich auch mit Blick auf die Römische Republik. So verweisen allgemeine Strukturen ihrer soziopolitischen Ordnung, wie etwa die patrizisch-plebejische Meritokratie oder die konfliktspezifischen Eigenarten verschiedener Ämter, zurück auf langfristig internalisierte Konfliktkonstellationen. In diesem Zusammenhang bildeten sich seit dem 2. Jahrhundert politische Methoden und alternative Karrierewege der römischen Nobiles heraus, die nicht nur auf konfliktträchtige Konstellationen reagierten, sondern ihrerseits auch weitere Konflikte beförderten und damit langfristige Veränderungsimpulse für das politische System setzten. Konfliktkonstellationen schufen somit ‚Alternativen durch Krisen‘ zur überkommenen, auf den Senat hin ausgerichteten Ordnung.