Wirklich mit dem Unerwarteten rechnen? Zur Perzeption und Bewältigung von Kontingenz in der mittleren Römischen Republik*
摘要
Die Studie befasst sich mit spezifischen Formen der Kontingenzperzeption und Kontingenzbewältigung in der Römischen Republik. Sie geht hierfür zuerst der literarischen Formung nach, die als eigener Modus von Sinnstiftung und Kontingenzminimierung bestimmt wird. Weitere Gründe für das hohe Maß an gesellschaftlicher Resilienz gegenüber Kontingenzen in der mittleren Republik werden in politischen Formen der Bewältigung akuter Problemlagen erkannt und analysiert. Die hiermit einhergehende Flexibilität schwand jedoch vor allem seit Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr., bedingt durch wachsende Kontrollambitionen des römischen Senats gegenüber allen Gruppen der römischen Bevölkerung. Angesichts der Verwerfungen, welche die steigende Monetarisierung Italiens dann infolge der Griechenlandkriege auslöste, erwies sich diese geschwundene politische Flexibilität als verheerend.