Die Komödien des Plautus als politische Kunst. Eine Überlegung in drei Akten*
摘要
Aufführungen von Dramen im Rahmen öffentlicher Feste als Ausdrucksmittel politischer Identität verbreiteten sich im 3. Jahrhundert v. Chr. über die hellenistische Welt auch nach Rom. Es ist daher davon auszugehen, dass es sich auch dort um eine Kunstform handelte, die in enger Verbindung zur res publica als soziopolitischer Ordnung stand. Diese Annahme wendet der Beitrag auf die Komödien des Plautus an und fragt, wie diesen in methodisch angemessener Weise politische Deutungen abgewonnen werden können. Dazu wird vorgeschlagen, die Komödien vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Dichtung einerseits und der ludi publici andererseits zu interpretieren. Auf diesem Wege wird die These entwickelt, dass die politische Kunst der plautinischen Komödien darin bestand, einen Reflexionsraum zu eröffnen, der es ermöglichte, Sinn, Grenzen und (Un-)Möglichkeiten insbesondere der römischen Wertordnung aufzuzeigen und einen kommunikativen Prozess über deren Weiterentwicklung anzustoßen.