Kontingenz, Konkurrenz und Kommerzialisierung. Senatorische Elite und wirtschaftliches Leben in der ausgehenden mittleren Republik
摘要
Der Beitrag untersucht Zusammenhänge zwischen der Geschichte der politischen Elite Roms und der zunehmenden Kommerzialisierung, welche Zentralitalien im 3. und 2. Jahrhundert prägte. Während die sich verschiebenden Dynamiken der Konkurrenz unter römischen Aristokraten diese wirtschaftliche Entwicklung beförderten, gefährdeten die neuen Quellen von Reichtum und die Unvorhersehbarkeit von Machtkonstellationen, welche damit einhergingen, die soziale Vormachtstellung genau dieser Schicht. Elitendiskurse über ‚(nicht) ehrbare‘ Wege, sein Vermögen zu vermehren, können als Reaktion auf diese Widersprüche gedeutet werden. Gleichzeitig lässt sich auch das Interesse römischer Aristokraten an ungleichen reziproken Beziehungen – kurz, das Klientelwesen – auf die mit Kommerzialisierung einhergehenden Kontingenzerfahrungen zurückführen; die Welt des Gabentauschs erlaubte es ihnen, eine scheinbar permanente soziale Ordnung, in der ihre Vormachtstellung unveränderlich war, zu (re)produzieren.