Personenfähigkeit und Wettbewerb. Die vertikale Distinktion des Scipio Aemilianus
摘要
In den letzten Jahrzehnten hat die Republikforschung große Fortschritte bei der Untersuchung des Verhältnisses von Volk zu Aristokratie erzielt, wobei die Binnenverhältnisse im Adel eine untergeordnete Rolle spielten. Der Beitrag nähert sich daher diesen Binnenverhältnissen an. Ausgehend von der Imagebildungskampagne des Scipio Aemilianus wird nicht allein zwischen einer breiten Aristokratie grundsätzlich regimentsfähiger Akteure und der ‚Nobilität‘ unterschieden, sondern innerhalb der Gruppe der Nobiles eine gesonderte Spitzengruppe identifiziert. Diese zeichnete sich in hohem Maße durch eine soziologische ‚Personenfähigkeit‘ aus, in der ihr politischer Wettbewerbsvorteil begründet lag. Während die hochadligen Akteure auf eine vertikale Distinktion setzten und als maßgebliche Ressource im Wettbewerb nur die familial vermittelte Bekanntheit gelten ließen, setzte die Gemeinaristokratie eher auf die Nivellierung von Wettbewerbsvorteilen und auf die Etablierung politischer Rollenmuster.