Gefäßersatzmaterialien – Kryokonservierte Allografts
摘要
Kryokonservierte Allografts (KA) werden in den 2020 Clinical Practice Guidelines der European Society for Vascular Surgery für die Rekonstruktion bei Gefäßprotheseninfekten empfohlen. Der wohl wichtigste Vorteil von KA bei Gefäßprotheseninfekten ist die gute Infektresistenz mit publizierten Reinfektionsraten um die 3 %. Wenn KA nicht über eine externe Gewebebank beschafft werden, ist ein definiertes Protokoll zur Entnahme, Aufbereitung und Lagerung der KA unabdingbar. KA müssen bei der Implantation korrekt aufgetaut und gehandhabt werden. Sie werden heute in der Regel ohne Beachten der AB0- und HLA-Kompatibilität implantiert, mit Verzicht auf eine Immunsuppression beim Empfänger. Graft-assoziierte Komplikationen nach der Verwendung von KA werden in der Literatur mit unterschiedlicher, jedoch nicht zu unterschätzender Häufigkeit beschrieben. Dazu gehören frühe und späte Allograft-Rupturen. Zudem können Pseudoaneurysmen, Graftthrombosen und –stenosen auftreten. Neben einem interdisziplinären Behandlungskonzept und chirurgischer Expertise ist bei der Verwendung von KA daher die Nachkontrolle der Patienten mit Erkennung und Behandlung von Graft-assoziierten Komplikationen von grosser Wichtigkeit.