Antibiotische Therapie bei Gefäßprotheseninfektionen
摘要
Die antibiotische Therapie ist ein integraler Bestandteil der Therapie von Gefäßprotheseninfekten. Die Wahl des Antibiotikums (AB) erfolgt entsprechend des erwarteten Erregerspektrums, aber auch anhand der pharmakologischen Eigenschaften des AB und der zu berücksichtigenden Komorbiditäten des Patienten. In der akuten Phase ist die Therapie mit einem Breitband-AB gegen die wahrscheinlichste Erregergruppe angezeigt, um Infektion und Sepsis zu kontrollieren. Bei der Wahl der antibiotischen Therapie müssen sowohl den lokalen epidemiologischen Resistogramm-MusternResistogramm-Muster als auch der Tatsache Rechnung getragen werden, dass infizierte Gefäßprothesen mit einem mikrobiellen Biofilm überzogen sein können. Ziel muss die rasche Identifizierung des ursächlichen Keims sein, um zeitnah eine Anpassung der antimikrobiellen Therapie unter Respektierung der Resistenzen der Erreger vorzunehmen. Grundsätzlich sollte eine antibiotische Therapie für mindestens 4–6 Wochen intravenös durchgeführt werden, gefolgt anschließend von einer oralen Sequenztherapie von weiteren 4–6 Wochen (bei Prothesenerhalt oft bis 6–12 Monate oder lebenslang). Antibiotikaresistenzen und multiresistente Keime sind ein weltweit zunehmendes Problem, dem auch moderne Antibiotika oft nur kurz standhalten können. Geriatrische Gefäßpatienten stellen aufgrund ihrer häufig vorliegenden Multimorbidität, ihrer herabgesetzten Immunkompetenz sowie ihrer pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Altersveränderungen eine Herausforderung bei Gefäßprotheseninfektionen dar, der individuell besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Aufgrund der oft schwierigen Interpretation der Resistogramme und permanenter Evolution der antibiotischen Therapeutika und Resistenzen der Keime sollte das differenzierte medikamentöse Management bei Gefäßprotheseninfektionen in einem interdisziplinären Team unter Mitwirkung eines infektiologischen Spezialisten erfolgen.