Kontrollierte Wildnis Wildtierfotografie im Tierhandel der 1930er Jahre
摘要
Die Errichtung von zoologischen Gärten in Europa und Nordamerika führte dazu, dass auch der damit verbundene Tierhandel ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zunahm. Deutsche Unternehmen waren dabei dominante Vertreter auf dem globalen Markt, so auch die in Südniedersachsen gegründete Firma L. Ruhe KG, die sich in den Zwischenkriegsjahren zu einem der weltweit größten Tierhandelsunternehmen entwickelte. Jedes Jahr transportierte sie Tausende von meist nicht domestizierten Tieren in verschiedene Weltregionen. Von diesen ‚Warenströmen‘ berichten auch zahlreich Fotografien, die im Kontext dieses Handels entstanden sind. Auf diese gehe ich am Beispiel eines privaten Albums genauer ein, das den vermeintlichen Handelsalltag abbildet. Diese Aufnahmen unterscheiden sich von den Darstellungen der klassischen Wildtierfotografie und greifen stattdessen Motive eines fortschrittsorientierten, technikaffinen Unternehmens auf. Sie bieten sich daher an, um die Tier-Mensch-Beziehungen im Tierhandel zu beleuchten und die in ihnen enthaltenen Narrative kritisch zu hinterfragen.