Bildkorrespondenzen. Tier-Mensch-Verhältnisse in Filmplakaten zum Wildlife-Tierfilm
摘要
Die fotografische wie filmische Repräsentation frei lebender, ‚wilder‘ oder in Wildnis lebender Tiere reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert und sie wäre ohne die Entwicklung technischer Verfahren und Instrumente nicht zu denken. Die vielbeschriebene Paradoxie, dass erst über den technologischen Eingriff des Menschen ‚unbekannte‘ oder ‚frei lebende‘ Tiere erfahrbar seien, ist dabei zentraler Bestandteil des Diskurses zum Wildlife-Tierfilm. Es überlagern und überkreuzen sich unterschiedliche Interessen: das Interesse an Tieren und nicht-menschlichen Verhaltensweisen und das Interesse daran, Welt gestaltend zu erfahren. Gerade über den Wildlife-Tierfilm und seinem dazugehörigen Filmplakat werden dieses vielschichtige Spannungsverhältnis und somit auch unterschiedliche Tier-Mensch-Verhältnisse sichtbar. Der Beitrag betrachtet dementsprechend zwei sehr unterschiedliche und zeitlich weit auseinanderliegende Filme: Heinz Sielmanns und Henry Brandts Herrscher des Urwalds (B/CH 1958) sowie Lucien Castaing-Taylors und Véréna Paravels Leviathan (USA 2012).