Pneumologische Diagnostik – Methoden und Ablauf
摘要
Im einfachsten Fall sieht der Pneumologe einen Patienten und kann anhand der Klinik, der Bildgebung und einiger Laborparameter die passende Diagnose stellen und eine mehrtägige Therapie einleiten. Falls er jedoch den Verdacht hegt, dass die Therapie Wochen oder Monate dauern könnte, wird er auf die Unterstützung eines Pathologen zurückgreifen. Im optimalen Fall schätzen beide den Fall gleich ein, im zweitbesten Fall kommen sie zu verschiedenen Diagnosen, sodass erst durch eine Diskussion des Befundes (Telefon, klinisch-pathologische Fallbesprechung, Fibroseboard oder Ähnliches) Einigkeit erzielt werden kann. Im schlimmsten Fall widersprechen sich die Befunde der Pneumologie und der Pathologie, und aufgrund einer mangelhaften Kommunikation zwischen den Fachdisziplinen gelingt es nicht, einen Konsens herbeizuführen, sodass letztlich der Patient auf der Strecke bleibt. Insofern ist grundsätzlich für einen guten Kontakt auf beiden Seiten und eine optimal institutionalisierte Kommunikationskultur zu werben. Denn so wie der Pathologe sich mitunter nicht erklären kann, wieso der Kliniker bei einer transbronchialen Biopsie (TBB) lediglich eine Bronchialschleimhaut ohne alveoläres Lungenparenchym übersendet, kann der Kliniker nur schwer nachvollziehen, welche anatomischen Strukturen tatsächlich in seiner kleinen Biopsie erfasst wurden. Dass z. B. die Kombination aus einem entzündlichen Infiltrat und einer Mesenchymknospe (das Wort an sich hat für Pneumologen geradezu Signalwirkung und hat sich als pathognomonisch festgesetzt) dann eben doch „nur“ zur Diagnose einer organisierenden Pneumonie führen kann, ist sachlich sicherlich in vielen Fällen falsch, zeigt aber, wie unkommentierte Befunde mitunter interpretiert werden. Deswegen muss z. B. bei der Frage nach einem Bronchialkarzinom zwingend im Befundtext Erwähnung finden, dass es sich hier ggf. um eine organisierende Pneumonie handelt, die möglicherweise in der Nachbarschaft des klinisch vermuteten, jedoch bioptisch nicht erfassten Malignoms liegt und ein benachbartes Bronchialkarzinom damit absolut nicht ausschließt. Die reflektorische Aufarbeitung des Restmaterials mit Nachbericht am Folgetag löst beim Pneumologen insofern Frustration aus, als dass der Pneumologe einerseits den Patienten darüber aufzuklären hat, dass man noch auf den Befund warten muss; andererseits muss er im späteren Verlauf gegenüber der Krankenhausverwaltung und den Krankenkassen rechtfertigen, warum sich der stationäre Aufenthalt verlängert hat bzw. warum der Patient nach ein paar Tagen zur erneuten Bronchoskopie wiedereinbestellt werden musste. Diese Frustration des Klinikers besteht also nicht allein den Pathologen gegenüber, diese sind aber der Aufhänger der Misere. Da immer im Vordergrund zu stehen hat, dass die korrekte Diagnose mit angemessenen Methoden gestellt werden muss, sollte dementsprechend auch hier eine stabile, offene und kollegiale Kommunikation mit gegenseitigem Verständnis täglich gelebt werden.