Gender und Neurorehabilitation
摘要
Das Geschlecht ist eine komplizierte Angelegenheit. Es geht dabei nicht nur darum, wie sich eine Person im Rahmen des kulturellen Geschlechtsspektrums verortet, sondern auch darum, wie diese Verortung das physische Geschlecht miteinbezieht. Einige versuchen, diese Komplikation zu umgehen, indem sie Organbeschreibungen verwenden. Doch unterschätzt eine solche Gender-Perspektive, dass die Frage des Geschlechts vielfach in die alltäglichen Dramen der Neurorehabilitation eingebettet ist. Generell ist die Erforschung des Geschlechts in der Neurorehabilitation und Neurologie stark vernachlässigt, was sich in der Forschungsliteratur widerspiegelt: Die meisten Studien untersuchen Gruppenunterschiede zwischen Männern und Frauen auf Grundlage des traditionell verstandenen Geschlechts. In der Tat sind Patient*innen und ihre Familien ebenso wie Kliniker*innen in geschlechtsspezifische Verhaltensweisen sozialisiert und unterliegen damit selbst den herkömmlichen geschlechtsspezifischen Vorurteilen und Zuschreibungen, auch wenn sie angeben, dass dies nicht der Fall ist. Dieser Beitrag veranschaulicht, dass Rehabilitation kein geschlechtsneutraler Prozess ist. Er zeigt darüberhinaus, wie es ein narrativer Ansatz ermöglicht, Geschlecht „in Aktion“ zu verfolgen und so die Geschlechteroptionen auch in der klinischen Praxis zu erweitern.