Bildungsprozesse und Bildungskonstellationen von Eltern aus sozialpädagogischer Perspektive erforschen: Das Beispiel Erziehungskonzepte
摘要
In dem folgenden Beitrag wird ein sozialpädagogischer Familienforschungsansatz dargestellt, der bildungstheoretisch ausgerichtet ist. Bildung spielt im Fachdiskurs der Sozialpädagogik eine zentrale Rolle, insbesondere seitdem die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zusehends als außerschulische Bildungsorte begriffen werden. Auch in Bezug auf Eltern beansprucht die Kinder- und Jugendhilfe einen Bildungsauftrag, der in dem Begriff „Familienbildung“ zum Ausdruck kommt. Familienbildung gehört, neben den Angeboten „Beratung in allgemeinen Fragen der Erziehung und Entwicklung junger Menschen“, der „Familienfreizeit und -erholung“ zum Leistungsbereich „Förderung der Erziehung in der Familie“ (§ 16 Sozialgesetzbuch VIII). Die Sozialpädagogik als Profession trifft nicht nur in der Familienbildung auf Eltern, sondern im gesamten Spektrum der Hilfen zur Erziehung, insbesondere in der Erziehungsberatung und der Sozialpädagogischen Familienhilfe. In dem folgenden Beitrag werden wir am Beispiel von Erziehungskonzepten der Frage nachgehen, wie sich Bildungsprozesse und -konstellationen, in denen Eltern strukturell eingebunden sind, aus einem sozialpädagogischen Blickwinkel erforschen lassen. Dafür ist zunächst eine begriffliche Verständigung nötig: Im ersten Kapitel stellen wir Konturen und Varianten des Bildungsbegriffs in der Sozialpädagogik dar, um daran anschließend einen Forschungsansatz vorstellen, bei dem Bildungsprozesse im Zentrum stehen, die auf die Bewältigung des Familienalltags ausgerichtet sind. Anhand biographischer Reflexionsprozesse mit Blick auf Erziehungskonzepte diskutieren wir dann, wie Bildung als Leitbegriff empirisch-pragmatisch konkretisiert werden kann und muss, um auf verschiedenen Ebenen für sozialpädagogische Forschung nutzbar gemacht zu werden.