Frühintervention psychischer Störungen
摘要
Viele schwere psychische Störungen treten erstmals in der Adoleszenz in Erscheinung. Sie beeinträchtigen oder verhindern wichtige Entwicklungsaufgaben dieser Lebensphase, zeigen eine hohe Persistenz ins Erwachsenenalter und führen zu Leidensdruck und psychosozialer Beeinträchtigung bei den Betroffenen sowie beträchtlichen volkswirtschaftlichen Kosten. Je länger eine psychische Störung unbehandelt bleibt, desto schlechter ist ihre Prognose. Dies hat zu einem Paradigmenwechsel in der klinischen Versorgung und Erforschung psychischer Störungen weg von der herkömmlichen Behandlung hin zur Prävention und Frühintervention geführt. Im vorliegenden Kapitel werden die Chancen und Risiken sowie die aktuelle Evidenzlage der Früherkennung und -behandlung von Personen mit Risikosymptomen oder der Erstmanifestation einer psychischen Störung dargestellt. Diese werden anhand der Beispiele der Schizophrenie und anderer psychotischer Störungen sowie der Borderline-Persönlichkeitsstörung diskutiert.