Kategoriale versus dimensionale Klassifikation psychischer Störungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
摘要
Kategoriale und dimensionale Klassifikationsansätze für psychische Störungen unterscheiden sich in wesentlichen Punkten. In der kategorialen Klassifikation werden psychische Störungen als diskrete, klar voneinander und von psychischer Normalität abgrenzbare und unterscheidbare Störungseinheiten beschrieben. Bei der dimensionalen Klassifikation werden psychische Störungen dagegen nicht durch die Zuweisung zu Kategorien, sondern anhand kontinuierlich verteilter Merkmalsdimensionen beschrieben. Vieles weist darauf hin, dass sich die meisten psychischen Störungen vermutlich besser als kontinuierlich verteilte Merkmale und nicht als diskrete Störungskategorien beschreiben lassen. Verschiedene Systeme zur dimensionalen Klassifikation auf der Basis klinischer Beurteilungen oder auf der Basis von Selbst- und Fremdbeurteilungen wurden bislang entwickelt. In jüngster Zeit werden Hybrid-Systeme zur dimensionalen Klassifikation psychischer Störungen als Alternativen zu den kategorialen Klassifikationen von ICD-10 und DSM-5 vorgeschlagen.