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Lese- und/oder Rechtschreibstörung im Kindes- und Jugendalter

  • Gerd Schulte-Körne

摘要

Die Lese-, Rechtschreib- und die Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) gehören gemäß ICD-10 zu den umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, die durch einen frühen Beginn, genetische Ursachen, veränderte Hirnfunktionen und chronischen Verlauf gekennzeichnet sind. Die LRS tritt häufig mit psychischen Störungen gemeinsam auf. Hierzu gehören Angststörungen, Depression, emotionalen Störungen oder eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Sowohl die Diagnostik als auch die Behandlung erfordern große Umsicht und Erfahrung. Hierzu gibt die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung bei der Lese- und/oder Rechtschreibstörung evidenzbasierte Empfehlungen, die in der Praxis umgesetzt werden sollen. Die Behandlung setzt eine spezifische Aus- und Weiterbildung voraus. Sie muss längerfristig durchgeführt werden und die Komorbiditäten integrieren. Die Prognose wird von der rechtzeitigen Diagnosestellung, dem Vorliegen komorbider Störungen und der Wirksamkeit der Förderung bestimmt. Das Risiko bei fehlender Hilfe sind ein Schulabbruch, Arbeitslosigkeit und die Gefahr des Analphabetismus.