Disruptive Affektregulationsstörungen in Kindheit und Jugend
摘要
Die disruptive Affektregulationsstörung bezeichnet nach DSM-5 eine eigenständige diagnostische Kategorie im Rahmen der affektiven Störungen. Affektregulationsstörungen werden aber auch als ein transdiagnostisches psychopathologisches, kontinuierlich verteiltes Merkmal konzipiert. In beiden Konzepten werden chronische Reizbarkeit und häufige, eher kurze Wutausbrüche als bestimmende Komponenten beschrieben. Disruptive Affektregulationsstörung treten in ausgeprägter Form bei etwa 1–2 % der Kinder und Jugendlichen auf, komorbide externale sowie internale Störungen sind häufig. Eine substanzielle Heritabilität der Symptomatik ist belegt und neuropsychologisch sind vermutlich Störungen in der Belohnungsverarbeitung (vor allem Reaktionen auf Frustrationen) und in der Verarbeitung von Bedrohungsreizen relevant. Eine multimodale Behandlung, in der spezifische patienten- und bezugspersonenorientierte psychotherapeutische Interventionen gegebenenfalls mit pharmakologischen Ansätzen kombiniert werden, hat sich auch bei diesem Störungsbild als hilfreich bewährt.