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Psychosen im Kindes- und Jugendalter

  • Jochen Kindler,
  • Franz Resch

摘要

„Psychose ist eine psychiatrische Erkrankung, die durch eine grobe Beeinträchtigung der Realitätstestung charakterisiert ist und sich typischerweise durch das Auftreten von Wahnsymptomen, Halluzinationen, desorganisierter Sprache oder desorganisiertem oder katatonem Verhalten manifestiert.“ Bis zu 1/3 der Psychosen haben ihren Beginn im Kindes- und Jugendalter. Pathophysiologisch wird ein Zusammenspiel von genetischen und umweltbedingten Faktoren angenommen, die zu einer Veränderung dopaminerger und glutamaterger Neurotransmission im Gehirn führen. Die klinische Diagnostik fußt auf der psychopathologischen Erhebung der Symptome, wobei somatische Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Im Zentrum der Therapie steht die Pharmakotherapie mit Antipsychotika in Kombination mit psychotherapeutischen und psychosozialen Interventionen. Die Pharmakotherapie sollte im Verlauf eng monitiert werden, da metabolische Nebenwirkungen die Langzeitmortalität beeinflussen und Gegenmaßnahmen früh einsetzen müssen. Psychotherapeutische Methoden fokussieren u. a. auf kognitive Verzerrungen und soziale Kognitionen und können das psychosoziale Funktionsniveau signifikant verbessern. Die Prognose wird von Erkrankungsbeginn, Residualsymptomatik, begleitenden kognitiven Einschränkungen und der Therapiecompliance geprägt. Der Verlauf, auch der chronischen Psychosen, ist aber sehr heterogen, wobei für den einzelnen Patienten davon ausgegangen werden sollte, dass „alles möglich ist“.