Gewalt, Konflikttransformation und Frieden
摘要
Interkulturelle Theologie trägt Entscheidendes bei zur Überwindung von interpersonaler, indirekter, kultureller und epistemischer Gewalt, da sie einen Diskursraum eröffnet, in dem unterschiedliche kontextuelle Erfahrungen und Reflexionen miteinander ins Gespräch gebracht werden. Internationale ökumenische Organisationen, wie der Ökumenische Rat der Kirchen, bieten hierzu hervorragende Lernräume. Konkrete Beispiele wie die ‚Dekade zur Überwindung von Gewalt‘ oder der ‚Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens‘ haben nicht nur das Leitbild vom Gerechten Frieden hervorgebracht, sondern auch die spirituelle Dimension der Konflikttransformation neu in den Fokus gestellt. Auf diese Weise trägt Interkulturelle Theologie zu einer interdisziplinären Ausweitung der Friedens- und Konfliktforschung bei, da sie in der Lage ist, auch theologische Ambivalenzen in dominanten Denk- und Handlungsmodellen aufzudecken, nach wie vor herrschende colonial mindsets auch in den Religionen zu dekonstruieren, und neue theologische Reflexionen beispielsweise innerhalb der Trauma-, Migrations-, Gender- und Rassismusforschung vorzustellen. Diese werden nicht zuletzt durch die aktuelle Herausforderung einer Klimagerechtigkeit dringend erforderlich.