Rassismus
摘要
Dieser Beitrag bietet eine systematische Einführung in das Thema Rassismus im Kontext Interkultureller Theologie. Ausgehend von völkerrechtlichen und kultursoziologischen Definitionen wird Rassismus als historisch gewachsene, machtvolle Struktur beschrieben, die sich auf individueller, institutioneller und struktureller Ebene manifestiert. Anhand zentraler Konzepte wie ‚Neo-Rassismus‘, ‚Migrantisierung‘ und ‚Othering‘ wird aufgezeigt, wie rassifizierende Logiken in gesellschaftliche Verhältnisse bis heute eingeschrieben sind. Im Anschluss erfolgt eine interdisziplinäre Verortung über Theorieansaätze der postkolonialen, dekolonialen und Critical Whiteness-Studien, die Rassismus als Fortsetzung kolonialer Herrschafts- und Wissensordnungen fassen. Diese Erkenntnisse werden im theologischen Diskurs vertieft: Anhand postkolonialer Theologien und biblischer Hermeneutik wird herausgearbeitet, wie koloniale Strukturen in kirchlichen Praktiken und theologischer Wissensproduktion weiterwirken. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Analyse der deutschen Kirchen: Deren Positionierungen zu Rassismus bleiben oft auf moralisch-symbolischer Ebene und vernachlässigen strukturelle sowie historische Selbstkritik. Der Artikel plädiert für eine rassismuskritische Neuausrichtung der Interkulturellen Theologie, die epistemische Gerechtigkeit, Deutungsmachtkritik und eine plurale theologische Imagination ins Zentrum rückt.