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Gender Studies und Interkulturelle Theologie

  • Gunda Werner

摘要

Dieses Kapitel erläutert unter Rückgriff auf den aktuellen Forschungsstand zu Gender Studies, was hinter diesem Begriff steht und welche Bedeutung ihm im akademischen Kontext, insbesondere im Blick auf die Theologien, zukommt. Gender Studies nehmen im akademischen Feld spätestens seit der Differenzierung von Sex und Gender in den 1960er-Jahren einen wichtigen Stellenwert ein. Sie etablieren sich in den 1990er-Jahren, besonders durch die Veröffentlichungen von Judith Butler beschleunigt, im universitären Umfeld mit dem Fokus auf Gerechtigkeit und Rollenmuster. Zugleich wird die Zugehörigkeit zu den Queer Studies betont, die die Binarität der Geschlechter und ihres Begehrens als Fiktion aufdecken. Gender Studies werden vermehrt von Theolog:innen rezipiert und verändern Theologien nachhaltig, indem sie mit Machtanalysen, die im Rahmen von Geschlechtsdefinitionen sowohl sex, gender als auch race einbeziehen, Gerechtigkeits- und Zugangsfragen zu gleichen Rechten in Kirchen stellen. Das kritische Potenzial von Gender Studies liegt damit in der Macht- und Institutionenkritik. Die Rolle der feministischen Theologie sowie der Gender Studies wird bei der Neukonzeption von theologischen Geschlechterverhältnissen und ihren Auswirkungen auf die ganze Theologie blitzlichtartig dargestellt. Das Potenzial der Gender Studies sowie der Queer Studies wird – bei aller Kritik aus interkultureller Perspektive – deutlich.