Myopie, auch Kurzsichtigkeit genannt, gilt nicht nur als Refraktionsfehler, sondern ist mit einer Prävalenz von ca. 30 % der Weltbevölkerung die häufigste okuläre Entwicklungsstörung überhaupt. Die globale Myopieprävalenz weist erhebliche regionale Unterschiede auf. Besonders in Asien hat sie in den letzten Jahrzehnten zugenommen. In der Regel tritt eine Myopie im Grundschulalter und in der frühen Adoleszenz auf. Diese Schulmyopie ist zurückzuführen auf eine Zunahme der Augenachsenlänge. Sie kann von weit selteneren syndromalen Formen, genetischen Varianten und lentogenen oder kornealen Refraktionsmyopien abgegrenzt werden. Die Ätiologie der klassischen Schulmyopie umfasst neben genetischen Faktoren vor allem Umweltfaktoren wie Outdoorzeit und Bildung. Insbesondere eine hohe Myopie (≤ −6 dpt) wird mit sekundären Augenerkrankungen (z. B. myope Makulopathie, Netzhautablösung, Katarakt und Offenwinkelglaukom) in Verbindung gebracht, die im späteren Erwachsenenalter zu einer Sehbehinderung bis hin zur Erblindung führen können. Da die strukturellen okulären Veränderungen durch eine myope Achsenlängenzunahme irreversibel sind, können sie lediglich durch eine effektive Prävention der Myopieprogression verhindert werden. Dazu gibt es drei Ansätze: (1) die Beeinflussung von Umweltfaktoren, (2) pharmakologisch über Atropin-Augentropfen und (3) optisch mittels Orthokeratologie, speziellen Kontaktlinsen und Brillengläsern.

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Myopie und Refraktionsentwicklung im Kindes- und Jugendalter

  • Navid Farassat,
  • Wolf A. Lagrèze

摘要

Myopie, auch Kurzsichtigkeit genannt, gilt nicht nur als Refraktionsfehler, sondern ist mit einer Prävalenz von ca. 30 % der Weltbevölkerung die häufigste okuläre Entwicklungsstörung überhaupt. Die globale Myopieprävalenz weist erhebliche regionale Unterschiede auf. Besonders in Asien hat sie in den letzten Jahrzehnten zugenommen. In der Regel tritt eine Myopie im Grundschulalter und in der frühen Adoleszenz auf. Diese Schulmyopie ist zurückzuführen auf eine Zunahme der Augenachsenlänge. Sie kann von weit selteneren syndromalen Formen, genetischen Varianten und lentogenen oder kornealen Refraktionsmyopien abgegrenzt werden. Die Ätiologie der klassischen Schulmyopie umfasst neben genetischen Faktoren vor allem Umweltfaktoren wie Outdoorzeit und Bildung. Insbesondere eine hohe Myopie (≤ −6 dpt) wird mit sekundären Augenerkrankungen (z. B. myope Makulopathie, Netzhautablösung, Katarakt und Offenwinkelglaukom) in Verbindung gebracht, die im späteren Erwachsenenalter zu einer Sehbehinderung bis hin zur Erblindung führen können. Da die strukturellen okulären Veränderungen durch eine myope Achsenlängenzunahme irreversibel sind, können sie lediglich durch eine effektive Prävention der Myopieprogression verhindert werden. Dazu gibt es drei Ansätze: (1) die Beeinflussung von Umweltfaktoren, (2) pharmakologisch über Atropin-Augentropfen und (3) optisch mittels Orthokeratologie, speziellen Kontaktlinsen und Brillengläsern.