Der Keratokonus (KK) ist eine progrediente kegelförmige Hornhautvorwölbung, die eine parazentrale Verdünnung an der Kegelspitze verursacht und typischerweise beidseitig asymmetrisch auftritt. Sie kann u. a. durch genetische und immunologische Faktoren sowie Augenreiben ausgelöst und heute bereits in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert werden. Nach einer sorgfältigen Anamnese und Einstufung des Schweregrades mithilfe eines modernen Klassifikationssystems, steht heute eine gezielte stadiengerechte Therapie zur Verfügung. Ist der Brillenvisus nicht mehr ausreichend, werden von einem Spezialisten formstabile sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen (KL) angepasst. Durch Entfernung subepithelialer Knötchen und Narben mittels der Phototherapeutischen Keratektomie (PTK) kann oft der KL-Sitz verbessert werden. Bei Progression, aber für den Patienten im Alltag noch ausreichendem Visus empfiehlt sich das Riboflavin-UVA-Crosslinking (CXL), bei herabgesetztem Visus und klarer zentraler Hornhaut sind bei KL-Intoleranz intrastromale Ringsegmente (ICRS) (bevorzugt INTACS-SK®) indiziert. Ist das Stadium weiter fortgeschritten, empfiehlt sich die tiefe anteriore lamelläre (DALK) oder perforierende Keratoplastik (PKP) – beide bevorzugt Excimerlaser-assistiert. Bei einem akuten Keratokonus ist die PKP kontraindiziert, allerdings verkürzen tief-stromale Nähte zur Re-Adaptation des Descemet-Risses mit Gasfüllung der Vorderkammer den Verlauf erheblich. Fast keine andere Augenerkrankung ist heutzutage einer frühen apparativen Diagnose und stadiengerechten Therapie so gut zugänglich wie der KK.

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Stadiengerechte Therapie des Keratokonus

  • Berthold Seitz,
  • Loay Dass,
  • Loïc Hamon,
  • Tim Berger,
  • Elias Flockerzi

摘要

Der Keratokonus (KK) ist eine progrediente kegelförmige Hornhautvorwölbung, die eine parazentrale Verdünnung an der Kegelspitze verursacht und typischerweise beidseitig asymmetrisch auftritt. Sie kann u. a. durch genetische und immunologische Faktoren sowie Augenreiben ausgelöst und heute bereits in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert werden. Nach einer sorgfältigen Anamnese und Einstufung des Schweregrades mithilfe eines modernen Klassifikationssystems, steht heute eine gezielte stadiengerechte Therapie zur Verfügung. Ist der Brillenvisus nicht mehr ausreichend, werden von einem Spezialisten formstabile sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen (KL) angepasst. Durch Entfernung subepithelialer Knötchen und Narben mittels der Phototherapeutischen Keratektomie (PTK) kann oft der KL-Sitz verbessert werden. Bei Progression, aber für den Patienten im Alltag noch ausreichendem Visus empfiehlt sich das Riboflavin-UVA-Crosslinking (CXL), bei herabgesetztem Visus und klarer zentraler Hornhaut sind bei KL-Intoleranz intrastromale Ringsegmente (ICRS) (bevorzugt INTACS-SK®) indiziert. Ist das Stadium weiter fortgeschritten, empfiehlt sich die tiefe anteriore lamelläre (DALK) oder perforierende Keratoplastik (PKP) – beide bevorzugt Excimerlaser-assistiert. Bei einem akuten Keratokonus ist die PKP kontraindiziert, allerdings verkürzen tief-stromale Nähte zur Re-Adaptation des Descemet-Risses mit Gasfüllung der Vorderkammer den Verlauf erheblich. Fast keine andere Augenerkrankung ist heutzutage einer frühen apparativen Diagnose und stadiengerechten Therapie so gut zugänglich wie der KK.