Bestimmt die Sprache das Denken?
摘要
Die Vermutung, dass die Sprache das Denken bestimmt, wurde prominent vom Sprachwissenschaftler Benjamin Lee Whorf in der sogenannten Hypothese von der sprachlichen Relativität beschrieben. Diese bereits im Jahr 1940 formulierte Annahme ist bis heute nicht bestätigt. Ein Problem der Hypothese von der sprachlichen Relativität liegt darin, dass die für sie zentralen Konzepte Denken und Sprache in dieser generellen Formulierung unklar bleiben. Hier setzt der vorliegende Beitrag an. Er widmet sich einer Präzisierung von Denken und Sprache und macht deutlich, dass nicht die Sprache das Denken einseitig beeinflusst. Vielmehr bestimmen sich Sprache und Denken gegenseitig. Der gegenseitige Einfluss findet beständig im Sprechen statt. Vor dem Hintergrund dieser Analyse erscheint die Behauptung, Sprache bestimme grundsätzlich das Denken, so nicht haltbar.