Die interprofessionelle Ausbildung (engl.: interprofessional education, IPE) verfolgt das Ziel, die kooperative Praxis zu stärken, indem Lernende unterschiedlicher Professionen miteinander lernen und interagieren. Das „Forschungsprogramm Subjektive Theorien“ (FST) nach Groeben et al. (1988) bietet einen theoretisch-methodischen Ansatz, um die individuellen Denkstrukturen und Reflexionsprozesse der Beteiligten in diesem Kontext fundiert zu erforschen. Subjektive Theorien (ST) sind dabei stabile kognitive Strukturen, die als handlungsleitende Überzeugungen das Selbst- und Weltbild der Individuen prägen. Im Zentrum des FST steht der Mensch als „handelndes Subjekt“, gekennzeichnet durch Intentionalität, Reflexivität, Rationalität und Kommunikationsfähigkeit. Die Methodologie des FST sichert über eine „kommunikative Validierung“ die valide Erfassung subjektiver Theorien. Hierbei werden in einem Interview die Denkstrukturen rekonstruiert und in einem Strukturbild dargestellt, das anschließend empirisch überprüft werden kann. Das FST findet in zahlreichen Forschungsfeldern Anwendung und wurde durch methodische Anpassungen, wie variierte Interviewformen und strukturierte Erhebungsverfahren, fortlaufend weiterentwickelt. In der interprofessionellen Ausbildung erweist sich das FST als besonders wertvoll, da es Kognitionen transparent macht und so die Zusammenarbeit und Lehre verbessern kann. Darüber hinaus fördert die Methodik die Reflexion und Weiterentwicklung individueller Denkstrukturen.

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Subjektive Theorien zur Identifizierung interprofessioneller Denkstrukturen

  • Pia Natalie Gadewoltz

摘要

Die interprofessionelle Ausbildung (engl.: interprofessional education, IPE) verfolgt das Ziel, die kooperative Praxis zu stärken, indem Lernende unterschiedlicher Professionen miteinander lernen und interagieren. Das „Forschungsprogramm Subjektive Theorien“ (FST) nach Groeben et al. (1988) bietet einen theoretisch-methodischen Ansatz, um die individuellen Denkstrukturen und Reflexionsprozesse der Beteiligten in diesem Kontext fundiert zu erforschen. Subjektive Theorien (ST) sind dabei stabile kognitive Strukturen, die als handlungsleitende Überzeugungen das Selbst- und Weltbild der Individuen prägen. Im Zentrum des FST steht der Mensch als „handelndes Subjekt“, gekennzeichnet durch Intentionalität, Reflexivität, Rationalität und Kommunikationsfähigkeit. Die Methodologie des FST sichert über eine „kommunikative Validierung“ die valide Erfassung subjektiver Theorien. Hierbei werden in einem Interview die Denkstrukturen rekonstruiert und in einem Strukturbild dargestellt, das anschließend empirisch überprüft werden kann. Das FST findet in zahlreichen Forschungsfeldern Anwendung und wurde durch methodische Anpassungen, wie variierte Interviewformen und strukturierte Erhebungsverfahren, fortlaufend weiterentwickelt. In der interprofessionellen Ausbildung erweist sich das FST als besonders wertvoll, da es Kognitionen transparent macht und so die Zusammenarbeit und Lehre verbessern kann. Darüber hinaus fördert die Methodik die Reflexion und Weiterentwicklung individueller Denkstrukturen.