Urteilsbildung bei Fragen zum Umgangsrecht im familienrechtlichen Verfahren
摘要
Der Prozess psychologischer Urteilsbildung wird an einem praxisnah konstruierten Beispiel aus dem Umgangsrecht vorgestellt und auf unterschiedlichen Ebenen eingeordnet. Um trotz subjektiver Einflussgrößen zu einem psychologisch angemessenen und möglichst objektiven Urteil zu gelangen, sind neben fundiertem Fachwissen auf der Seite der Sachverständigen fortlaufende (Selbst-)Reflexionsprozesse im Rahmen kollegialer Beratung, eine angemessene Ambiguitätstoleranz gegenüber widersprüchlichen elterlichen Narrativen, eine Orientierung an kindlichen Entwicklungsbedürfnissen sowie eine Beachtung von Kinderschutzthemen bedeutsam. In jedem Einzelfall wird für die Datenerhebung ein passendes multimodales Vorgehen gewählt. Anschließend werden die erhobenen objektivierbaren Befunde bezogen auf die konkreten kindlichen Entwicklungsbedürfnisse gewichtet.