Forensik in der Geburtshilfe
摘要
Wie jegliche ärztliche Berufsausübung unterliegt auch die geburtshilfliche Betätigung sowohl in Deutschland als auch in Österreich einem forensischen Risiko mit potenziell zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen. Infolgedessen ist essenziell, dass geburtshilflich tätige Ärztinnen und Ärzte auch die an sie insoweit gestellten rechtlichen Anforderungen – auch in ihren systematischen Zusammenhängen – kennen. Dies gilt in gleicher Weise für ein Wissen um Fehlerquellen im Behandlungsregime, aus welchen juristische Konsequenzen resultieren können. Solche Kenntnis – samt damit einhergehendem Problembewusstsein – dient auch der Erreichung des eigentlichen Ziels jeglicher Ausübung von Heilkunde, nämlich der Erlangung möglichst positiver (Behandlungs-)Ergebnisqualität, was im Effekt die potenzielle Minimierung des forensischen Risikos impliziert. Dazu ist auch die Etablierung eines konsequenten Risikomanagements zur prospektiven Verbesserung statthabender Struktur- und Prozessqualität geboten. Drohen, insbesondere nach Komplikationen und Zwischenfällen bei der Behandlung, juristische Auseinandersetzungen, müssen Ärztinnen und Ärzte wissen und sollte für Kliniken organisatorisch geregelt sein, wie sich ein entsprechendes juristisches Zwischenfallmanagement zu gestalten hat. Der juristischen Beurteilung von Behandlungsfehlervorwürfen liegen regelmäßig fachmedizinische Begutachtungen zugrunde. Mithin ist das Erfordernis qualifizierten und dabei auch verantwortungsbewussten Tätigwerdens von Sachverständigen auf der Grundlage der für eine Begutachtung geltenden Regeln eklatant.