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Vorzeitiger Blasensprung am Termin

  • Klaus Reisenberger,
  • Herbert Kiss

摘要

Unter einem vorzeitigen Blasensprung am Termin versteht man einen Blasensprung vor dem Einsetzen muttermundswirksamer Wehentätigkeit ≥37 SSW. Dies betrifft etwa 8–10 % aller Schwangerschaften. Als Latenzperiode wird das Zeitintervall zwischen Blasensprung und Einsetzen regelmäßiger Wehentätigkeit bezeichnet. Bei 60–70 % der betroffenen Schwangeren setzt die spontane Wehentätigkeit innerhalb von 24 h, bei etwa 95 % innerhalb von 72 h ein. Der vorzeitige Blasensprung kann meist klinisch durch vaginalen Fruchtwasserabgang festgestellt werden. Bei Diagnosesicherheit sollte auf eine zervikovaginale Untersuchung verzichtet werden, da diese mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergeht. Bei gesichertem Blasensprung sollten folgende Parameter erhoben werden: Gestationsalter, Gesundheitszustand und Lage des Fetus, Hinweise für das Vorliegen einer Infektion und Prüfung der Notwendigkeit einer B-Streptokokken-Prophylaxe. Die Geburtseinleitung nach einem vorzeitigen Blasensprung am Termin weist gegenüber dem abwartenden Verhalten Vorteile auf.