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Geburtseinleitung, Terminüberschreitung und Übertragung

  • Sven Kehl,
  • Daniel Surbek,
  • Peter Husslein,
  • Harald Abele

摘要

Die Geburtseinleitung gehört mittlerweile zu den häufigsten Maßnahmen im geburtshilflichen Alltag. Jede 4. Schwangerschaft wird heutzutage in Deutschland durch eine Geburtseinleitung beendet. Hierdurch wird versucht, ein für die Mutter und/oder das Kind besseres peripartales Ergebnis zu erreichen als durch eine abwartende Haltung. Die Geburtseinleitung sollte stets im Kontext einer kritischen und individuellen Risiko-Nutzen-Analyse, welche die zugrunde liegende Schwangerschaftspathologie, die einleitungsspezifischen Risikofaktoren und die individuelle Einstellung der Schwangeren zu berücksichtigen hat, erfolgen. Vor einer Geburtseinleitung sind eine adäquate Aufklärung, Beratung und Dokumentation unverzichtbar. Die individuelle Situation muss bei der Wahl des Einleitungsverfahrens berücksichtigt werden. Neben den bekannten Medikamenten (Oxytocin und Prostaglandine) gibt es auch mechanische Verfahren, die erfolgreich zur Zervixreifung und/oder Geburtseinleitung angewendet werden. Die Terminüberschreitung (40 + 1 − 41 + 6 SSW) ist im klinischen Alltag häufig: Bis zu 40 % der Schwangeren gebären nicht vor dem errechneten Termin. Nach Bestätigung der Diagnose (Kontrolle der dokumentierten Scheitel-Steiß-Länge (SSL) im 1. Trimenon) müssen Risikoschwangerschaften von jenen mit niedrigem Risiko unterschieden werden. Das Risiko eines intrauterinen Fruchttodes kann mit zunehmender Schwangerschaftsdauer in bestimmten Situationen (z. B. maternales Alter > 40 Jahre) zunehmen, weshalb zwischen einer Beendigung der Schwangerschaft mittels Geburtseinleitung (oder Sectio caesarea) und einem abwartenden Management entschieden werden muss. Diese Entscheidung muss mit der schwangeren Frau anhand der vorliegenden Faktoren getroffen werden.