Geburtsüberwachung
摘要
Die Kardiotokografie (CTG) ist seit Jahrzenten das Standardverfahren der fetalen Geburtsüberwachung. Dem Vorteil einer hohen Sensitivität bei der Azidoseerkennung stehen die schlechte Reproduzierbarkeit und die begrenzte Spezifität der Methode gegenüber, wenn das CTG ohne flankierende Diagnostik angewandt wird. Bis heute konnte für Schwangere im Niedrigrisikokollektiv keine evidenzbasierte Überlegenheit der fetalen Überwachung gezeigt werden, allerdings das Risiko einer erhöhten Rate operativer Entbindungen. Für die weitere Abklärung suspekter Befunde wird deshalb die fetale Blutgasanalyse (FBA) empfohlen, wodurch operative Entbindungen aufgrund falschpathologischer CTG-Muster reduziert werden können. Weder die ST-Analyse des fetalen EKG, noch die Pulsoxymetrie oder die Nahinfrarotspektrometrie sollte aktuell in der klinischen Routine eingesetzt werden (keine ausreichende Evidenz). Die „klassische“ Auskultation fetaler Herztöne kann bei Schwangerschaften mit niedrigem Risiko sowohl für die Aufnahmeuntersuchung als auch in der aktiven Eröffnungsphase angeboten werden, setzt aber eine heute kaum noch realisierbare Eins-zu-eins-Betreuung, entsprechend geschultes Personal und eine lückenlose Dokumentation voraus. Wegen medikolegaler Dokumentationsansprüche sollte unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten in den meisten Geburtskliniken auch bei Nicht-/Niedrigrisiko eine CTG-Überwachung erfolgen, die bei allen Risikoschwangerschaften und Risikogeburten obligat ist.