Weitere chemische Agenzien (C-Bedrohung)
摘要
Nachdem chemische Kampfstoffe im 1. Weltkrieg unzählige Opfer gefordert hatten, wurde deren Einsatz durch die entsetzte Weltgemeinschaft geächtet. Dieses Tabu wurde auch im 2. Weltkrieg nicht angetastet, bekommt in den letzten Jahrzehnten jedoch zunehmend Risse. In den letzten zehn Jahren sind C-Waffen eingesetzt worden, die für Einsatzkräfte auch im Inland unerwartet zu einer Herausforderung werden können. So wurden – offenbar durch staatliche Akteure – Giftmordversuche mit Nervenkampfstoffen der Nowitschok-Reihe auf politische Gegner durchgeführt (z. B. Sergej Skripal, Alexei Nawalny), mit deren Erkennung und Versorgung sich das zivile Gesundheitssystem unerwartet konfrontiert sah. Eine vergleichsweise neue Substanz ist das Opioid Carfentanyl, das im ungeschützten Umgang mit der Substanz hochproblematisch an Einsatzstellen im Drogenmilieu oder bei routinemäßigen Zollkontrollen sein kann, aber z. B. in Russland auch im Rahmen von Geiselbefreiungsoperationen eingesetzt worden ist und dabei den unvorbereiteten Rettungsdienst völlig überfordert hatte. Aufgrund der Aktualität werden beide Substanzgruppen in diesem Kapitel noch einmal ergänzend zu ► Kap.44 behandelt.