Analvenenthrombose und Analfissur
摘要
Die Analvenenthrombose und die Analfissur stellen häufige Krankheitsbilder der Proktologie dar, die durch das Auftreten akuter perianaler Schmerzen gekennzeichnet sind und dadurch eine hohe Erwartung des Patienten an einen raschen Behandlungserfolg zur Folge haben. Die Anamnese und die klinisch-proktologische Untersuchung sind dabei wegweisend für die Diagnose, während atypische Befunde einer erweiterten Abklärung bedürfen. Bei der Analvenenthrombose handelt es sich um perianale Gerinnsel in den subkutan gelegenen Gefäßen des Plexus venosus externus. Supportive Maßnahmen wie Sitzbäder und Stuhlregulation können hier nach zu einer Restitutio ad integrum führen. Bei stärksten Schmerzen kann eine Exzision des Befundes unter Mitnahme der Gerinnsel zu einer raschen Beschwerdelinderung führen. Die Analfissur, eine längliche Läsion des schmerzsensiblen Anoderms, wird durch einen Circulus vitiosus aus hohem Schließmuskeltonus, Minderperfusion und Schmerzen unterhalten. Hier stellt die topische Applikation von Vasodilatatoren (Nitrate, Kalziumkanalblocker) die Erstlinientherapie dar, während operative Maßnahmen wie die Fissurektomie nach Gabriel mit oder ohne lokaler Verschiebeplastik und die laterale Internus-Sphinkterotomie bei refraktärem Verlauf Anwendung finden. Hier steht die Abwägung zwischen Heilung/Rezidivfreiheit bzw. Erhalt der Kontinenzfunktion im Vordergrund, weswegen zugunsten der Kontinenz in Deutschland zumeist die Fissurektomie erfolgt.