Stadtregionales Flächenmanagement und Regional Governance
摘要
Die Steuerung der Flächennutzung in Stadtregionen findet in Deutschland in einem institutionellen Kontext statt, der wesentlich durch die Landes- und Regionalplanung und die kommunale Bauleitplanung geprägt wird. Allerdings fügten sich die Stadtregionen nicht immer nahtlos in dieses Kaskadensystem ein, weil stadtregionale Verflechtungen nicht immer in die Zuschnitte der Planungsregionen passten und Regionalplanung im engeren Verflechtungsraum nicht ausreicht, um die Flächennutzung im Detail zu steuern. In Deutschland wurden daher mindestens seit den 1960er-Jahren Regional- und Planungsverbände als Zwischenebene gebildet, denen als Institutionen der regionalen Selbststeuerung die Aufgabe der Regional- oder Flächennutzungsplanung übertragen wurde (etwa in Form von Nachbarschaftsverbänden in Baden-Württemberg oder durch Anwendung gemeinsamer Flächennutzungspläne). Später kam das Instrument des Regionalen Flächennutzungsplans hinzu (Frankfurt/Rhein-Main). Der deutsche Ansatz ist hier aber wenig systematisch und stark von kontextuellen Gegebenheiten abhängig. Man sollte nicht verschweigen, dass die stadtregionale Perspektive immer wieder auch eine Schwächung erfahren hat (etwa in den 1980er-Jahren), stadtregionales Flächenmanagement also keine institutionelle Selbstverständlichkeit ist. In den 1990er- und 2000er-Jahren wurden wiederum vereinzelt Pilotprojekte und Experimente durchgeführt, um neue Instrumente zu testen (Flächenpools, Handel mit Flächenzertifikate, etc.). Im Gegensatz zu den planbasierten Ansätzen können diese Instrumente als kooperativ oder anreizbasiert bezeichnet werden. Gegenwärtig sind Agglomerationskonzepte (Köln-Bonn) und Kriterien für ein aktualisiertes Plankonzept (Planungsregion Südhessen) bekannt. Der Beitrag zeichnet die Entwicklung der institutionellen Leitbilder stadtregionaler Kooperation von 1960 bis heute nach und nimmt dabei bekannte Typologien zum Wandel der Governance auf. Darauf aufbauend nimmt der Beitrag eine Einschätzung zur Wirksamkeit der verschiedenen Governance-Ansätze vor.