Durch die Einwirkung von Kohlenmonoxid kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen am Arbeitsplatz. Dabei können die Symptome während einer Exposition oftmals von den Betroffenen nicht einer möglichen Gefahr zugeordnet werden. Zu den Folgeschäden einer stattgehabten Kohlenmonoxidexposition gehören u. a kardiologische und neurologische Erkrankungsbilder. Die Berufskrankheit BK 1201 in Folge einer akuten oder chronischen Exposition gehört zu den eher seltenen Berufskrankheiten in Deutschland. Schwefelwasserstoff (H2S) ist ein farbloses Gas, das schwerer als Luft ist und nach faulen Eiern riecht. Es entsteht überall dort, wo biologische Materie in Fäulnis übergeht. Schwefelwasserstoff ist stark toxisch; akut kommt es innerhalb weniger Sekunden zum Atemstillstand (apoplektiforme Vergiftung). Schleimhautreizungen an den Augenbindehäuten und am Atemtrakt sind bekannt. Die subakute Vergiftung ist durch Dyspnoe, Hustenanfälle und retrosternale Schmerzen gekennzeichnet, denen ein Lungenödem folgen kann. Folgen einer schweren Schwefelwasserstoffvergiftung betreffen das zentrale Nervensystem (Hypoxie), zum Teil mit Parkinson-ähnlicher Symptomatik. Die chronische Exposition kann zu Hornhautschäden am Auge führen, der so genannten Spinnerkeratitis bei Arbeitern in der Kunstfaserherstellung. Aufgrund der hohen Toxizität bestehen strenge zulässige Luftgrenzwert am Arbeitsplatz, die dazu geführt haben, dass auch die BK 1202 heute nur noch sehr selten vorkommt. Die meisten Vergiftungen sind dosisabhängig. Die Dosis hängt von der Konzentration über die Zeit ab. Arbeitsplatzgrenzwert (AGW). Der Verordnungsgeber hat aus diesem Grund in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) definiert.

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BK 12 – Durch Erstickungsgase verursachte Erkrankungen

  • Volker Harth

摘要

Durch die Einwirkung von Kohlenmonoxid kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen am Arbeitsplatz. Dabei können die Symptome während einer Exposition oftmals von den Betroffenen nicht einer möglichen Gefahr zugeordnet werden. Zu den Folgeschäden einer stattgehabten Kohlenmonoxidexposition gehören u. a kardiologische und neurologische Erkrankungsbilder. Die Berufskrankheit BK 1201 in Folge einer akuten oder chronischen Exposition gehört zu den eher seltenen Berufskrankheiten in Deutschland. Schwefelwasserstoff (H2S) ist ein farbloses Gas, das schwerer als Luft ist und nach faulen Eiern riecht. Es entsteht überall dort, wo biologische Materie in Fäulnis übergeht. Schwefelwasserstoff ist stark toxisch; akut kommt es innerhalb weniger Sekunden zum Atemstillstand (apoplektiforme Vergiftung). Schleimhautreizungen an den Augenbindehäuten und am Atemtrakt sind bekannt. Die subakute Vergiftung ist durch Dyspnoe, Hustenanfälle und retrosternale Schmerzen gekennzeichnet, denen ein Lungenödem folgen kann. Folgen einer schweren Schwefelwasserstoffvergiftung betreffen das zentrale Nervensystem (Hypoxie), zum Teil mit Parkinson-ähnlicher Symptomatik. Die chronische Exposition kann zu Hornhautschäden am Auge führen, der so genannten Spinnerkeratitis bei Arbeitern in der Kunstfaserherstellung. Aufgrund der hohen Toxizität bestehen strenge zulässige Luftgrenzwert am Arbeitsplatz, die dazu geführt haben, dass auch die BK 1202 heute nur noch sehr selten vorkommt. Die meisten Vergiftungen sind dosisabhängig. Die Dosis hängt von der Konzentration über die Zeit ab. Arbeitsplatzgrenzwert (AGW). Der Verordnungsgeber hat aus diesem Grund in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) definiert.